Wettbewerb und Industrieökonomik
Unternehmen agieren in einem Umfeld, das durch komplexe Interaktionen zahlreicher Individuen und Institutionen beeinflusst wird. Der Erfolg der Unternehmen hängt deshalb nicht ausschließlich von eigenen unternehmerischen Entscheidungen ab, sondern wird in hohem Maße auch durch das Unternehmensumfeld bestimmt. Wichtige Aspekte sind z.B. die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, Wachstumsentwicklungen und Trends der jeweiligen Branchen oder die Umfeldbedingungen des Unternehmensstandorts. Letztlich geht es um die Wettbewerbsintensität auf den Märkten, deren Analyse Auskunft über die prinzipiellen Ertragserwartungen eines Unternehmens geben kann.
Die Analyse von Wettbewerbsprozessen besitzt daher eine entscheidende Bedeutung für die Unternehmenswertanalyse und sollte Basis sein für strategische Entscheidungen in jedem Unternehmen und auch für die strategischen Planungen von Wirtschaftsregionen.
Durch entsprechendes strategisches Handeln können Unternehmen, Wirtschaftsregionen und Standorte die eigene Aufstellung gegenüber Mitwettbewerbern verändern, so dass durch die Verbesserung strategischer Erfolgspotentiale die eigenen Erfolgsaussichten auch unter ungünstigen Wettbewerbsbedingungen gefördert werden können.
Wettbewerbsintensität und Marktstruktur
Visionometrics greift die Instrumentarien der modernen Industrieökonomik auf und setzt diese im Rahmen der wertorientierten Wettbewerbsanalyse praxis- und maßnahmenorientiert um. Zu nennen sind insbesondere die Analyse von Irreversibilitäten (versunkene Kosten), die Analyse der strategischen Interaktion, besonders im Rahmen von Signalgebung, sowie die damit verbundene Bewältigung von Informationsasymmetrie.
Visionometrics-Wettbewerbsanalysen sind unter folgenden Gesichtspunkten für die Unternehmen von hoher Relevanz:
- Branchenanalysen:
Wie ist die Wettbewerbslage in einer spezifischen Branche und welche Entwicklungspotentiale folgen hieraus für das einzelne Unternehmen? Aus der Beantwortung dieser Fragen läßt sich ableiten, welche Strategien das Unternehmen nutzen sollte. - Marktmacht (-Missbrauch):
Vor allem unter den Bedingungen von hoher Konzentration ist zu prüfen, welche Marktmacht das Unternehmen besitzt und welche wettbewerbspolitisch relevanten Probleme, insbesondere aus kartellrechtlicher Sicht, daraus entstehen können. - Unternehmensbewertung:
Diese Sicht stellt die Beziehung zwischen Wettbewerbsstruktur, unternehmerischer Marktaufstellung und Unternehmenswert her, wie dies beispielsweise im Rahmen von Ratingprozessen erforderlich ist.
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